LLN Damen: Revanche restlos geglückt

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Erstellt am Montag, 20. Februar 2012 Geschrieben von Felix Süssig

Es sollte ein langer Tag werden, als Siegfried Schunorth mit der 1. Damen des MSV 90 die Sporthalle in der Berliner Straße in Schönebeck betrat. Am heutigen Sonntag, war man zusammen mit dem 1. VC Roßla/Othal zu Gast bei der Landesvertretung Jahrgang 96/97 weiblich.
Das erste Spiel durften die Damen vom MSV 90 gegen die Landesauswahl beginnen. Man startete recht verhalten in den 1. Satz der Begegnung. Beide Teams kämpften in der Anfangsphase noch auf Augenhöhe, sodass man den ausgeglichenen Punktestand zum 3:3 seitens des MSV auf eigene Annahmefehler zurückführen musste. Erst nach einer starken Aufschlagserie von Franziska Behlau konnte man sich zum 9:5 davon arbeiten. Die Landesauswahl hatte zusehends Probleme im eigenen Aufbau und musste Bälle meist wieder rüber schenken. Das konnte der MSV für seine eigenen Angriffe gewinnbringend nutzen und zum 12:7 weiter davon ziehen. In der anschließenden Phase mehrten sich allerdings wieder Probleme der MSV Damen. Vor allem die Abwehr gegen Leger oder Netzkantenbälle wirkte oft zu fest und träge in der Vorwärtsbewegung. Jedoch konnten die jungen Damen der Landesauswahl in dieser Phase nie nah genug ran kommen, um dem MSV gefährlich werden zu können, da gerade die Blocks einen um den anderen Ball der jungen Spielerinnen entschärften, wenn nicht sogar komplett aufhielten. Trainer Dennis Raab rief dann schließlich beim 12:18 zur ersten Auszeit für die Landesauswahl.

Im Folgenden stabilisierte sich die Annahme der Landesvertretung und man konnte auf 17:20 verkürzen. Gerade die langen Bälle auf die 6 bereiteten dabei den Spielerinnen des MSV enorme Probleme. Mit einer kleinen Serie von Aufschlägen machte dann Jana Freitag für die MSV Damen den Sack 25:18 zu. Hatte man im 1. Satz vor allem von der hohen Eigenfehlerquote der Auswahlspielerinnen profitiert, wollte man im nächsten Satz mehr eigene Punkte mitnehmen. Doch auch der Start in den 2. Satz gelang nur sporadisch, sodass man sich beim 3:4 bereits im Rückstand gegen die Landesauswahl sah und das war unter anderem den Abspracheproblemen zwischen Zuspieler und Mitte am Netz geschuldet. Dass der Außenangriff daraufhin „Notbälle“ nur noch im Block unterbrachte, machte die Situation nicht einfacher. Selbst beim Ausgleich zum 5:5 lief noch nicht alles wieder rund. Hinzu kam, dass einige vorausgegangene Aufschläge ihr Ziel verfehlten und zum direkten Punktgewinn für die Gegner führten. Beim 6:6 kam es am Netz abermals zu Kommunikationsproblemen. Erst mit den Aufschlägen von Naila Luis-Perez und im Folgenden Jacqueline Velten konnte man sich auf 12:7 bzw. 17:8 davon machen. Besonders die taktischen Aufschläge auf die gegnerische Position 4 machten den Spielaufbau auf Seiten der Landesvertretung zusehends schwierig. Die zwischenzeitliche Auszeit der Landesauswahl ließ die Damen des MSV dabei unbeeindruckt und auch die zweite zum 9:20 konnte nichts mehr am Ergebnis ändern. 25:15 konnte der MSV zufrieden vom Platz gehen. Trotz vorgegebener Steigerung wollte Trainer Schunorth noch eine Schippe drauf legen, wechselte nochmal frische Leute auf den Angriffspositionen ein und mahnte noch einmal die Erstannahme zu erhöhter Konzentration, um den Start nicht zu vergeben. Die Erwartungen wurden dabei mehr als erfüllt und der MSV-6er konnte auch dank einer erneuten Aufschlagsserie von J. Velten mit 9:0 beruhigt in die erste Auszeit der Landesauswahl gehen. Die MSV Damen wirkten jetzt viel wacher. Jede wusste, wo ihre Aufgabe war und alle kämpften akribisch um die Bälle. Auch nach der Auszeit konnte der 6er frohen Mutes das Spielgeschehen bestimmen und nach Belieben mit wirkungsvollen Aufschlägen und Angriffen durch das Spiel gehen. Dabei durfte fast jede Spielerin mal ihren Senf dazugeben und dem Gegner so richtig einheizen. Mit einem 25:9 ließ der MSV nix mehr anbrennen und spielte nun seine anfänglich vermisste Souveränität gekonnt aus. Nach 57 Minuten konnte der MSV dann vorerst neue Kräfte sammeln und sich beim Spiel des VC Roßla/Othal gegen die Landesauswahl auf den Zweiten Gegner des Tages vorbereiten. In 3 Sätzen endete auch dieses Spiel für die Landesauswahl mit 15:25, 17:25 und 18:25 ohne Gewinn.

Das letzte Spiel des Tages war nun Programm. Der MSV hatte sich dabei fest vorgenommen Revanche für die Niederlage in Wallhausen zu nehmen, wo sie sich dem VC Roßla/Othal geschlagen geben mussten. Der Trainer ließ die MSV 90 Damen zunächst wie im ersten Satz des vorherigen Spiels starten. Dabei wirkte vor allem die Aufschlagsannahme in den ersten Ballwechseln stabil und beide Mannschaften gingen noch recht verhalten miteinander um. Der MSV lag in der Phase zwar nur mit 1 Punkt im Schnitt vorne, konnte aber durch gute Abwehrarbeit im Hinterfeld teilweise die gegnerischen Angriffe abfangen und selber im K2 punkten. So gestaltete sich dieser Abschnitt beim 4:3 noch gleichmäßig. Mit einem kurzen Spurt leitete Franziska Behlau dann aber den ersten Vorsprung auf 7:4 durch eine Aufschlagsserie ein, die gepaart mit den besser stehenden MSV-Blocks und effektiven Angriffen über die 4, mehr Punkte einbrachten. Vor allem Angreiferin Stefanie Igel setzte sich hier gekonnt bei gut stehenden Doppelblocks durch. Von einem auf den nächsten Moment versagten allerdings die Nerven aller und der MSV sah sich einem 7:8 Rückstand gegenüber, denn durch die Rotation auf der gegnerischen Seite konnte sich auch dort die Hauptangreiferin gut in Szene setzen und verwandelte viele Angriffe zu Punkten. Der MSV-Block stand zwar gut, konnte die Angriffe aber meist nicht direkt runter holen. Manche wurden durch den Blockversuch sogar noch gefährlicher und für die eigene Abwehr zu schwer-lösbaren Aufgaben. Bis zum 10:10 sahen sich beide Mannschaften einem ausgeglichenen Spiel gegenüber. Erst mit dem 10:15 durch ein bereits bekanntes Mittel – taktische Aufschläge, wie gegen die Landesvertretung im Satz zuvor, konnte sich der MSV absetzen und die Damen aus Roßla/Othal immer wieder unter Druck setzen. Selbst beim 13:20 und der zweiten Auszeit für Roßla schien alles perfekt zu laufen. Der Gegner kam weder zum K1 und die MSV-Blocks verweigerten selbst der zweiten und dritten Welle ein Durchkommen. Als beim 21:17 dann auf MSV-Seite nur noch wenig zusammen lief, rief Trainer Schunorth zur ersten Auszeit um seine Annahmespielerinnen auf einen bessere Aufschlagsannahme einzuschwören, denn auch Roßla ließ jetzt die taktischen Aufschläge für sich sprechen und brachte das MSV-Zuspiel somit unter Bedrängnis. Beim Punkt zum 21:24 bekamen die Zuschauer einen Ballwechsel der Extraklasse geboten. Ganze 17 Mal überquerte der Ball dabei die Netzanlage, bevor er auf Seiten des MSV zu Boden fiel. Da dieser Spielzug sicherlich Kräfte gekostet hatte, nutzte Trainer Schunorth die zweite Auszeit für eine kurze Regeneration, um sich im Anschluss den Satz mit 25:21 zu holen. Da der recht eindeutige Zwischenspurt nur denkbar knapp endete und die langen Ballwechsel doch sehr viel Kraft kosteten, holte der Trainer des MSV zwei halbwegs frische Leute in den Startsechser des neuen Satzes, um nochmal für Impulse zu sorgen. Ähnlich wie im Satz zuvor zeigte sich bei engen Punkteständen von 2:2, 5:6 und 10:10 die ebenbürtige Spielweise beider Kontrahenten. Es wurde genau da weiter gemacht, wo man einen Satz zuvor aufgehört hatte. Auf beiden Seiten wurde sich nichts geschenkt und bis auf den letzten Tropfen Schweiß „geackert“.

Erst beim 13:14 nahm der MSV-Trainer seine erste Auszeit, um seinen Spielerinnen nochmal Luft zu machen. Die Auszeit zeigte allerdings nur kurz Wirkung, mit dem gegnerischen Aufschlagsfehler auf dem MSV-Punktekonto. Die anschließende Spielphase war abermals geprägt von langen Ballwechseln. Dies war unter anderem der guten Abwehrleistung der Hintermannschaft geschuldet. Besonders die Libera des MSV, Gesina Breddin, war ihrer Mannschaft in dieser Phase eine große Hilfe. Sie sorgte dafür, dass der Ball am Leben blieb. Allerdings konnten die Bälle im Angriff nur mäßig verwertet werden, sodass ein Punktgewinn meist aus blieb. Gerade die Außenangreifer schienen regelrecht die Blocks zu suchen. Hinzu kamen inkonsequente Blocks des MSV, die sich entweder anschlagen ließen oder den geblockten Ball auf der eigenen Seite mit nach unten nahmen. So kam es dann folglich, dass bereits 6 Punkte später eine weitere Auszeit her musste, die dann auch endlich zu greifen schien. Beim 21:21 war dann Roßla das erste Mal gezwungen eine Auszeit zu nehmen. Die Einwechslung von Andrea Steinmüller für Rebecca Hehne beim 19:21 hatte in der Zwischenzeit die gewünschte Veränderung auf Außen gebracht und Krystina Deblitz konnte sich zusätzlich auf Mitte überzeugend durchsetzen. Ohne große Mühe konnte sie dabei ihre Größe zu ihrem Vorteil einsetzen. In einer spannenden „Crunch-Time“ hatte der MSV bereits beim 24:25 den Satzball auf der Hand. Doch die letzte Auszeit seitens des VC Roßla/Othal zeigte Wirkung. Sowohl der Aufschlag zum Satzball, als auch beide Angriffe des MSV in der Folge sorgten für einen einfachen Schlussspurt und 27:25 Satzgewinn für die Damen vom VC Roßla. Bereits nach den ersten beiden Sätzen war nun zu sehen, dass es heute nur sehr schwer war die Auflage des Trainers zu erfüllen und sich bei Roßla zu revanchieren. Im dritten Satz bekam er aber dann die versprochene Leistung zu sehen. Schon nach der ersten Auszeit zum 4:7 auf Seiten des VC Roßla war zu erkennen, dass die MSV Damen wie ausgewechselt waren. Die Ansage, von Anfang an Druck zu machen, schien sich zu bewehren. Auch die zweite Auszeit konnte daran nichts ändern, als der MSV bereits 14:6 führte und Stefanie Igel mit ihren Aufschlägen weiter für Druck sorgte. Erst beim 17:7 war der MSV gezwungen eine Auszeit zu nehmen weil der letzte Ballwechsel auf beiden Seiten so viel Kraft gekostet hatte, dass beide Gegner ein Sauerstoffzelt nötig hatten. Mehr als 50 Ballwechsel dauerte dieser Spielzug an. Respekt an dieser Stelle. Fünf Punkte später musste MSV-Trainer Schunorth erneut auf die Bremse und in die zweite Auszeit. Er musste mit ansehen, wie Roßla an Punkten zulegte, während die Akkus seiner Spielerinnen leer ge(b)rannt schienen und nur noch wenig von ihnen kam. Bei 20:18 reagierte er daraufhin folgerichtig und wechselte seine angeschlagene Mittelangreiferin aus. Auch auf der Außenposition kam 2 Punkte später eine „erfrischende“ Verstärkung, sodass man auch diesen Satz noch glimpflich mit 25:23 beenden konnte. Die Sätze forderten anscheinend ihren Tribut, denn bereits im 4. Satz zeigte sich ein deutlicher Leistungseinbruch beim MSV. Schon zu Beginn war man in einen großen Rückstand geraten und konnte nie wirklich nah genug ran kommen. Roßla schien über weite Strecken konstanter. Die beiden Auszeiten bei 6:10 und 17:20 brachten zwar Zuversicht angesichts der Punktedifferenz, aber konnten im Endeffekt nix für einen Sieg beitragen, sodass man den vierten Satz mit 18:25 an den VC Roßla/Othal abgeben musste. Die Zeichen standen also auf Tie-Break. Wer würde nun den längeren Atem haben? Schon wieder deutete sich ein schwerer Start an, als der MSV mit 0:3 hinten lag und bis zum 10:10 um Anschluss kämpfte. Der zwischenzeitliche Mittenwechsel beim 4:9 zeigte nur begrenzt Wirkung, sodass 4 Punkte später wieder zurück gewechselt wurde. Erst durch die Rotation von Franziska Behlau auf die Aufschlagsposition konnte sich der MSV-6er gemeinsam wieder herankämpfen und Roßla beim 11:10 zur Auszeit zwingen. Die Hoffnung war zurückgekehrt und der Kampfgeist blühte nun in jeder einzelnen Spielerin nochmal auf. Jeder Punkt wurde bis aufs letzte „gefighted“ und die letzten Reserven aufgebraucht. In der Folge sicherten Jacqueline Velten und Rebecca Hehne durch starke und taktisch kluge Aufschläge im Zwei-Punkte-Rhythmus den Ausgleich zum 14:14, bevor Naila Luis-Perez, die zuvor den Block dicht hielt und die gegnerischen Angriffe zu Boden holte, zur Heldin avancierte und mit 16:14 den Satz und Spielball verwandelte. So stellt man sich ein Herzschlagfinale vor. Alle, Spieler, Trainer, Freunde und Familie, sind fokussiert auf ein ganz bestimmtes Objekt. Jeder Gedanke kreist um diesen einen Spielball. Wann passiert’s… wer macht den Fehler… und wer den Punkt?

Ich freue mich diesen Spielbericht verfasst haben zu dürfen und möchte an dieser Stelle nochmal meinen Glückwunsch an die 1. Damen über diesen denkbar knappen aber hart erkämpften Sieg zum Ausdruck bringen und wünsche euch für die letzten Spiele maximale Erfolge!

Es kämpften um jeden Punkt: Jacqueline Velten, Jana Freitag, Gesina Breddin, Naila- Luis Perez, Krystina Deblitz, Franziska Behlau, Andrea Steinmüller, Stefanie Igel und Rebecca Hehne
Auf der Trainerbank dabei: Trainer Siegfried Schunorth und Co-Trainer Stefan Meitz

 

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