Am heutigen Sonntag erwartete die ZLG Atzendorf den MSV 90 und die WSG Reform II in Förderstedt zum letzten Spieltag der Hinrunde. Dabei ging das angestrebte Ziel der MSVler - die komplette Hinrunde ohne Satzverlust zu beenden - gehörig nach hinten los. Neuzugang Arndt fehlte unverhofft durch Fußprobleme und Neuzugang Bauer hatte mit schweren Knieproblemen zu kämpfen. Beim im Vorfeld als einfacher eingeschätztem Spiel gegen den Gastgeber startete man also mit dem standardmäßigen Mittelblocker Schmidt auf der Diagonalposition und beiden Diagonalen Birkner und Preuschoff auf den Außenpositionen, um Bauer für das zweite Spiel zu schonen. Diese taktische Aufstellung war nicht das Problem,
sondern eine sehr schwache allgemeine Annahmeleistung in Kombination mit einer hohen Eigenfehlerquote. Der MSV fand nicht so recht ins Spiel, Atzendorf im Gegenzug nutzte den motivierenden Aufwind und drehte richtig auf. Besonders die beiden Mittelangreifer bekam der MSV absolut nicht unter Kontrolle und sie schienen nach Belieben punkten zu können. Im Gegenzug war man durch die schwache Annahme nicht in der Lage zügig zum eigenen Abschluss zu kommen. So ging der erste Satz mit 25:22 an Atzendorf. Der erste verlorene Satz dieser Saison, nachdem die letzten 33 gegen Landesklassemannschaften gespielten Sätze am Stück gewonnen wurden. In der Hoffnung etwas Verbesserung in der Annahme zu erreichen und überhaupt zum gewohnten Spiel zu finden, kam nun Bauer für Schmidt, trotzdem dieser eine souveräne Leistung gezeigt hatte, auf die Diagonalposition. Aber auch diese Maßnahme fruchtete nicht. Die Probleme der MSVler blieben weiterhin die Annahme, kein Druck im Angriff und zu viele Aufschlagfehler. Auch im Block bekam man die Hausherren einfach nicht zu fassen. Somit ging auch der zweite Satz mit 25:20 an Atzendorf. Im dritten Satz ging nun Zuspieler Duvigneau zur Unterstützung auf die Hauptannahmeposition, dafür kam Meitz auf Zuspiel und Birkner wechselte auf die Diagonalposition. So richtig platzte der Knoten zunächst zwar noch nicht, aber man hatte nun die Aufstellung gefunden, mit der man die Hausherren in die Knie zwingen konnte. Allerdings ließ man die Gastgeber immer wieder herankommen bevor man nach einem starken Schlussspurt die 19:18 Führung in einen 25:20 Satzgewinn verwandelte. Im vierten Satz knackte Mittelblocker Walter dann unverhofft den besten Spieler Atzendorfs und wurde für diesen für eine unüberwindbare Wand. Jeglicher Angriff dieses überragenden Spielers der Atzendorfer landete nun vor seinen Füßen und es stand 17:11 für die Magdeburger. Im Anschluss schwächelte man zwar noch einmal kurz, aber man hatte die Atzendorfer nun gebrochen und fuhr einen 25:19 Satzerfolg ein. Im Tie-Break ließ man nun keine Zweifel mehr aufkommen, wer das Feld als Sieger verlassen würde. Nach dem Seitenwechsel bei einem Stand von 8:3 aus Sicht des MSV fuhr man mit 15:10 den Sieg ein. Die Freude war riesig, dieses Spiel nach einem 2:0 Rückstand noch gedreht zu haben. Hinzukommt, dass es dem MSV noch nie gelang ein Tie-Break-Spiel zu gewinnen.
Im zweiten Spiel fuhr Atzendorf gegen WSG Reform II einen 3:1 Sieg ein, auch wenn sie sich selbst das Leben schwer machten, weil sie nie mit der besten Besetzung spielten und zum Beispiel immer einen der beiden "Mittelgiganten" auf der Bank sitzen ließen.
Im dritten Spiel des Tages traf der MSV nun auf die WSG und fand erneut nicht so recht ins Spiel. Dabei kam Bauer auf die Hauptannahmeposition und Duvigneau rückte wieder aufs Zuspiel. Der Angriff war zwar deutlich besser geworden, aber man blockte kaum und machte wieder Unmengen an Aufschlagfehlern. Die WSG nutzte ihre individuelle Klasse und holte sehr viel, wehrte auch starke Angriffe sehr gut ab und zeigte temporeiche harte Angriffskombinationen. Dem MSV gelang es nie sich abzusetzen, bis sich die WSGler durch ihre ständigen Beschwerden beim Schiedsgericht eine gelbe Karte einhandelten und sich selbst aus dem Konzept brachten. So wurde aus einem ausgeglichenen Spielstand auf einmal ein deutlicher 25:18 Satzgewinn für den MSV. Auch im zweiten Satz änderte sich nicht viel und man konnte den Satz wieder nur knapp mit 25:23 retten. Auch im dritten schien alles wieder genauso abzulaufen, bis der MSV auf der Zuspielposition zwei hängen blieb und trotz Auszeiten bei 9:13 und 9:17 keinen Wechsel mehr erzwingen konnte. Dies mündete schließlich in einem 9:19 Rückstand, bei dem sich Spielertrainer Duvigneau gegen Meitz auswechselte, nachdem er gefühlt den zehnten unnötigen Netzfehler beim Blocken in Folge beging. Dieser Wechsel rüttelte die Mannschaft wach und man konnte endlich den Wechsel erzwingen. Durch anschließend starke Aufschläge von Meitz konnte eine Aufholjagd gestartet werden. Die MSVler steigerten sich nun mit jeder Aktion, bis die ganze Mannschaft endlich voll da war. So konnte der MSV seinerseits lange Serien verbuchen und auf 19:21 verkürzen, bis ihm wiederum die Fehlaufschläge das Genick brachen und der Satz mit 25:21 an die WSG ging. Doch im vierten Satz spielte der MSV so weiter wie er aufgehört hatte und zeigte endlich mal wieder das gewohnte Potential. Die WSG konnte nicht mehr gegenhalten und musste nun ihrerseits einen 9:19 Rückstand verkraften. Der MSV sicherte sich den Satz mit 25:15, wovon wieder sieben Punkte allein Fehlaufschläge der MSVler waren. Der MSV geht also ungeschlagen in die Weihnachtspause, bevor ihm am 15.01.2012 der schwerste Spieltag der Saison in Lindau erwartet, wo die winzige Sporthalle neben dem direkten Konkurrenten MLV sicherlich der schwerste Gegner des MSV sein wird.
Es spielten: Meitz, Walter, Sinner, Schmidt, Bauer, Preuschoff, Birkner, Romba, Duvigneau